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Ursprung und Trennung von Mehr
- Ausgangssituation: Mehrhoog (ursprünglich „Mehrer Hoch“) war die höher gelegene, sandige und ertragsarme Heidelandschaft des alten Dorfes Mehr (1000-jährige Geschichte).
- Der Spitzname: Wegen der sandigen Böden, die ideal für Hasen und Kaninchen waren, wurden die Mehrhooger von den Bewohnern Mehrs als „Sandhasen“ verspottet.
- Historisches Ereignis (Ergänzung): Auf dem Gebiet des heutigen Mehrhoog fand am 5. August 1758 die Schlacht bei Mehr im Siebenjährigen Krieg statt. Der braunschweigische General von Imhoff besiegte dabei französische Truppen unter General Chevert. Daran erinnern heute das Imhoff-Denkmal in Mehrhoog und ein Gemälde in Paris.
Die Weichen werden gestellt: Die Eisenbahn
- Militärische Entscheidung: Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Eisenbahnlinie Oberhausen-Wesel-Emmerich gebaut. Aus militärischen Gründen (Abstand zum Rhein wegen potenzieller französischer Angriffe) wurde die Trasse fernab des Ortskerns Mehr, im Gebiet von Mehrhoog, gebaut.
- Der neue Mittelpunkt: Der Bahnhaltepunkt (symbolisiert durch das Bronzedenkmal des „Bahnekerls“) lag 4 km vom ursprünglichen Zentrum Mehr entfernt und zog Arbeiter an. Diese siedelten sich in einfachen Katstellen an (Häuser mit großen Grundstücken zur Selbstversorgung).
Nachkriegszeit und explosionsartiges Wachstum
- Auslöser: Nach dem Zweiten Weltkrieg, besonders ab den 1960er Jahren (Wirtschaftswunder), zog es viele Menschen, vor allem aus dem nördlichen Ruhrgebiet, in die gut angebundenen Orte wie Mehrhoog (Bahn, Bundesstraße, später Autobahn).
- Rasanter Bau: Die Aussicht auf einen neuen, großen Ortsteil mit hoher Attraktivität für Baufamilien führte zu einer rasanten, planlosen Bautätigkeit.
- Verwaltungsstreit: Die Entwicklung in Mehrhoog und die Aussicht auf 10.000 Einwohner führten zu Querelen mit dem ursprünglichen Kernort Mehr.
Die kommunale Neuordnung (1975)
- Die endgültige Trennung: Die kommunale Neuordnung am 1. Januar 1975 trennte den Bereich Mehrhoog von Mehr ab und ordnete ihn als neuen Ortsteil der Gemeinde Hamminkeln zu. Dies geschah, obwohl Mehrhoog keinen gewachsenen historischen Ortskern besaß.
Identität und Zukunft
- Identität: Die Bevölkerung setzt sich aus „Alt-Mehrhoogern“ und zugezogenen „Neu-Mehrhoogern“ zusammen. Die gemeinsame Identität (Heimatgefühl) wächst langsam, maßgeblich gestärkt durch Vereine (z. B. der 125-jährige Bürgerschützenverein).
- Zukunftspotenzial (Ergänzung): Mehrhoog wird weiterhin ein hohes Entwicklungspotenzial zugesprochen. Als ISEK-Gebiet (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) im Projekt „Hamminkeln 2030+“ soll die Entwicklung aktiv von den Bürgern mitgestaltet und gelenkt werden. Das ISEK sieht Maßnahmen in den Bereichen Wohnen, Verkehr und Nahversorgung vor.
